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Aderlaß

Der Aderlaß gehört zu den allgemein entlastenden Blutentziehungsverfahren. Damit ist die künstliche Eröffnung einer Vene mit nachfolgender Blutentnahme (nicht mehr als 300 ml) gemeint. Heute wird er als "hypovolämische Hämodilution" bezeichnet.

Im Rahmen seines humoralpathologischen Hintergrundes wurde der Aderlaß bei allgemeiner Blutfülle angewendet. Dazu zählten folgende Krankheiten: Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Schweißausbrüche, Ohrensausen, Nasen- und Netzhautblutungen, Kurzatmigkeit, Asthma, Schulterschmerzen, Neigung zu Entzündungen innerer Organe, Hämorrhoiden, Krampfadern, Depressionen, Rheuma, Wechseljahrbeschwerden usw.

Heute ist er mehr im Sinne einer Verbesserung der Bluteigenschaften zu sehen. Selbstverständlich wirkt bei Bluthochdruck oder einer Vermehrung der Blutkörperchen der Blutverlust selbst entlastend. Dazu kommen jedoch noch weitere Effekte. So weisen Studien auf einen schützenden Effekt für die Gefäße hin. Dies würde zu einer Senkung des Risikos für Herz-Gefäß-Erkrankungen führen. Weitere Untersuchungen zum genauen Wirkungsmechanismus stehen noch aus.

Literaturquellen:
1. M. Bühring, F.H. Kemper (Hrsg.): Naturheilverfahren und unkonventionelle medizinische Richtungen, Springer Verlag, Loseblattsammlung
2. U. Abele, E.W. Stiefvater: Aschner-Fiebel, Haug-Verlag 4. Auflage 1977,
ISBN 3-7760-0354-5

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