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Ausleitungsverfahren

Der Begriff "Ausleitungsverfahren" beruht auf humoralpathologischem Gedankengut. Die Humoralpathologie ist ein Weltbild, das von den vier Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft aus der griechischen Philosophie ausgeht. Diesen Elementen wurden bestimmte Jahreszeiten, Temperaturen, Lebensalter und Temperamente zugeordnet. Die Vertreter der Elemente im Körper des Menschen waren die vier Säfte: die schwarze Galle, der Schleim, das Blut und die gelbe Galle. Auf diesem humoralpathologischen Weltbild basierte nicht nur die in Europa praktizierte Medizin, sondern auch die der gesamten arabischen Welt. Es war auch Grundlage der Philosophie, der Literatur und Kunst für ungefähr zwei Jahrtausende. Erst das Aufkommen der modernen Naturwissenschaften brachte dieses Weltbild zum Scheitern.

Die Krankheitsentstehung stellte man sich folgendermaßen vor: Trat ein Missverhältnis der Säfte auf oder es entstanden giftige Substanzen aufgrund von Funktionsstörungen, führte das zu bestimmten Krankheiten. Die Therapie bestand nun darin, die Säfte wieder ins Gleichgewicht zu bringen und eine gute Funktion herzustellen. Dabei waren den einzelnen Säften ganz bestimmte Therapieverfahren zugeordnet. Die Diätetik nahm dabei eine besondere Stellung ein.

Ausleitende Verfahren wurden begleitend zur ursächlichen Behandlung eingesetzt. Je nach gewünschtem Gebiet gab es eine Fülle von Methoden:

  1. Magen-Darm, z.B. Brechverfahren, Klistierbehandlungen
  2. Blutentziehungsverfahren:
    Generell entlastende Blutentziehungsverfahren, z.B. Aderlaß, Skarifikation
    Lokale Blutentziehung, z.B. Blutegelbehandlungen, blutiges Schröpfen
  3. Entwässernde Therapien mittels Diät, Entwässerungsmitteln und Trinkkuren
  4. Haut: unblutiges Schröpfen, physikalische Behandlungen, Anregung des Hautstoffwechsels, Baunscheidtieren
  5. Niesmittel, Mittel zum Abhusten
    In meiner Praxis wende ich vor allem die Blutentziehungsverfahren an. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den
  6. Blutegelbehandlungen. Des weiteren führe ich den Aderlaß und das unblutige Schröpfen durch.

Literaturquellen:
1. M. Bühring, F.H. Kemper (Hrsg.): Naturheilverfahren und unkonventionelle medizinische Richtungen, Springer Verlag, Loseblattsammlung

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