In der Chiropraktik werden Einschränkungen in der Beweglichkeit
der Wirbelsäulengelenke behandelt. Es handelt sich dabei ausschließlich
um funktionelle Störungen der Gelenkmechanik, das bedeutet Unregelmäßigkeiten,
die in der Bewegung auftreten. Störungen, die aufgrund struktureller Veränderungen
auftreten, können nicht beeinflusst werden. Strukturelle Veränderungen
sind zum Beispiel die Veränderungen, die an einem Gelenk im Rahmen des Gelenkverschleißes
auftreten, Bandscheibenvorfälle, Wirbelkanaleinengungen und so weiter. Eine
typische funktionelle Störung hingegen ist der klassische Hexenschuß.
Die häufigste Ursache für Rückenschmerzen sind
funktionelle Probleme:
Erhöhte Spannung in der Muskulatur aufgrund des
Arbeitsplatzes, Überlastungen und Fehlbelastungen von Muskulatur und Gelenken
oder konstitutionelle Veranlagungen.
Diese Störungen können sehr effektiv mittels der
Chiropraktik behandelt werden. Dabei wird durch entsprechende Grifftechniken die
Bewegungsstörung in den Wirbelsäulengelenken, auch Blockierung genannt,
behoben. Oft wird dieser Vorgang als "Einrenken" bezeichnet. Dieser
Begriff vermittelt allerdings eine falsche Vorstellung. Denn das Gelenk ist keinesfalls
ausgerenkt. Dies wäre unbedingt ein Fall für einen Unfallchirurgen oder
Orthopäden. Die Gelenkblockierung bedeutet, dass während der Bewegung
im Gelenk Störungen auftreten, die das Gelenk in seinem maximalen Gelenkspiel
"blockieren".
Durch die chiropraktische Behandlung entspannt sich das umgebende
Gewebe und die Muskulatur und die Durchblutung wird besser. Aufgrund der Tatsache,
dass die meisten Nerven, die den Körper versorgen, aus der Wirbelsäule
kommen, werden dadurch sogar Organfunktionen beeinflusst. In der Praxis bedeutet
das, dass manche Symptome, die einem bestimmten Organ zugeschrieben werden, plötzlich
verschwinden. Zum Beispiel kann Herzrasen durch eine Blockierung im Bereich der
oberen Brustwirbelsäule ausgelöst werden. Nach der erfolgreichen chiropraktischen
Behandlung ist das Herzrasen dann verschwunden. Gleiches gilt für Schulter-Arm-Beschwerden
oder Kniegelenkschmerzen.
Manchmal benötigt der Therapeut vor der chiropraktischen
Behandlung Röntgenbilder. Auf jeden Fall ist eine gründliche körperliche
Untersuchung, vor allem der Wirbelsäule, vor Beginn der Behandlung notwendig.