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Neuraltherapie nach Huneke

Entstanden ist die Neuraltherapie zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit der Entdeckung der Lokalanästhetika (lokale Betäubungsmittel). Dabei wird vom Therapeuten ein Lokalanästhetikum injiziert. Ziel der Therapie ist nicht nur die kurzfristig anhaltende Wirkung der Lokalanästhetika, sondern ein darüber hinaus andauernder Effekt. Vor allem die Gebrüder Huneke verfeinerten diese Methode und erweiterten deren Anwendungsspektrum. Ihren Namen erhielt die Neuraltherapie durch den Berliner Arzt von Roques (1940).

Heute wird diese Methode nicht nur in der Naturheilkunde, sondern auch in der herkömmlichen Schulmedizin eingesetzt. Dort wird sie allerdings meistens als "therapeutische Lokalanästhesie" bezeichnet. Sie wird in der Therapie chronischer Schmerzzustände eingesetzt. Fast alle auf Schmerztherapie spezialisierten Einrichtungen wenden die therapeutische Lokalanästhesie an.

Im Rahmen der Naturheilkunde wird die Neuraltherapie zu den "Regulationstherapien" gerechnet. Das bedeutet, dass im Körper des Patienten eine Regulationsstarre herrscht, die durch die Injektion des Lokalanästhetikums durchbrochen wird. Dadurch erhält der Körper die Möglichkeit im Rahmen der Selbstregulation die krankmachenden Prozesse zu beseitigen. Somit ist die Neuraltherapie ein Verfahren der Ganzheitstherapie.

Das erweitert das Einsatzgebiet der Neuraltherapie in der Naturheilkunde beträchtlich. Vor allem bei orthopädische oder rheumatische Erkrankungen, Nervenschmerzen, Allergien, Kopfschmerzen einschließlich Migräne, Erkrankungen des Nasen-Rachen-Raumes, "Beschwerdebilder des Oberbauches und der Genitalorgane" und Durchblutungsstörungen wird die Neuraltherapie angewendet.

Zur Behandlung dieser Störungen können verschiedene Injektionsorte gewählt werden:

1. Lokale Injektionen:
Diese erfolgen direkt am Ort der Beschwerden. Das können sein: Muskelschmerzpunkte, an Gelenke, an Sehnen- oder Muskelansätze, Narben
2. Segmentale Injektionen:
Sie dienen der Behandlung von Störungen im Bereich der inneren Organe. Injektionsort sind die zu den entsprechenden Organen gehörenden Reflexzonen der Haut.
3. Injektionen an Ganglien (Nervenknotenpunkte) und bestimmte Nerven zur Schmerzlinderung in den von diesen Nerven versorgten Gebieten
4. Injektionen in die Vene
5. Behandlung von Störfeldern

Ein besonders wichtiger Aspekt der Neuraltherapie ist die Behandlung von sogenannten Herden bzw. Störfeldern. Diese werden als Ursache für teilweise weit entfernt liegende Beschwerden gesehen. Als Störfelder können wirken: alte Narben, entzündete Zahnwurzeln, verheilte Frakturen, Mandeln, Nasennebenhöhlen und vieles mehr. Durch Injektionen in diese Störfelder wird eine Beschwerdefreiheit erreicht, die über die Wirkung des Lokalanästhetikums hinaus anhält. Idealerweise verlängert sich das beschwerdefreie Intervall von Injektion zu Injektion bis zum völligen Verschwinden der Symptome. Manchmal tritt ein "Sekundenphänomen" auf, bei dem direkt nach der Injektion alle Beschwerden vollständig verschwinden.
In Frankreich und den romanischen Ländern hat sich die Methode verbreitet, neben oder zusätzlich zu Lokalanästhetika auch Homöopathika, Phytotherapeutika, Vitamine, Kochsalzlösungen, Wasser und anderes zu spritzen.

Literaturquellen:
1. M. Bühring, F.H. Kemper (Hrsg.): Naturheilverfahren und unkonventionelle medizinische Richtungen, Springer Verlag, Loseblattsammlung

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